Die Grundlogik: Der Speicher überbrückt die Nacht
Ein Hausspeicher hat eine einzige Kernaufgabe: Er verschiebt Sonnenstrom vom Mittag in den Abend und die Nacht. Maßgeblich ist deshalb nicht der Jahresverbrauch, sondern der Verbrauch zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang. Bei einem Haushalt mit 4.500 kWh pro Jahr entfallen darauf grob 6 bis 9 kWh pro Tag.
| Jahresverbrauch | PV-Anlage | Nutzbare Speicherkapazität |
|---|---|---|
| 3.000 kWh | 6 – 8 kWp | 3 – 5 kWh |
| 4.500 kWh | 8 – 11 kWp | 5 – 8 kWh |
| 6.000 kWh | 10 – 14 kWp | 7 – 10 kWh |
| 9.000 kWh (mit Wärmepumpe) | 13 – 18 kWp | 10 – 14 kWh |
Wärmepumpe: mehr Verbrauch, aber im Winter
Eine Wärmepumpe erhöht den Jahresverbrauch deutlich – ihr Bedarf fällt jedoch überwiegend in Monate mit wenig Sonnenertrag. Ein größerer Speicher hilft vor allem in der Übergangszeit. Für die Winterspitze ist er kein Ersatz: Saisonale Speicherung ist mit Batterien wirtschaftlich nicht darstellbar.
Warum das E-Auto die Speichergröße nicht bestimmt
Ein E-Auto benötigt je 100 km rund 16 bis 20 kWh. Ein 10-kWh-Hausspeicher wäre nach einer halben Ladung leer – und er kann die Ladeleistung von 11 kW ohnehin nur teilweise liefern. Sinnvoller ist überschussoptimiertes Laden: Die Wallbox lädt dann, wenn die Anlage tatsächlich Überschuss produziert.
- Auto tagsüber zu Hause: Überschussladen bringt mehr als ein größerer Speicher.
- Auto abends zu Hause: dynamischer Tarif oder Zeitsteuerung nutzen.
- Speicher bleibt für den Haushaltsstrom zuständig, nicht für die Fahrzeugladung.
Dynamische Tarife verändern die Auslegung
Mit einem dynamischen Stromtarif kann der Speicher zusätzlich günstige Börsenstunden nutzen. Dadurch wird ein etwas größerer Speicher eher rentabel, weil er nicht nur PV-Überschuss, sondern auch preiswerten Netzstrom zwischenspeichert. Voraussetzung sind ein intelligentes Messsystem und ein steuerbares Energiemanagement.
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