Warum sich die Rechnung verschoben hat
Bis etwa 2012 war Photovoltaik ein Einspeisegeschäft: Der Strom ging fast vollständig ins Netz und wurde hoch vergütet. Heute ist es umgekehrt. Die Einspeisevergütung für neue Anlagen liegt nur noch im niedrigen einstelligen Cent-Bereich (Stand August 2026, Bundesnetzagentur), während Haushalte für Netzstrom ein Vielfaches zahlen.
Der wirtschaftliche Kern ist deshalb einfach: Strom, den du selbst verbrauchst, ersetzt teuren Netzbezug. Strom, den du einspeist, bringt nur eine kleine Gutschrift. Wer seinen Eigenverbrauch erhöht, verbessert seine Rechnung – nicht, wer möglichst viel produziert und ins Netz gibt.
| Verwendung | Wert je kWh (Annahme) | Bemerkung |
|---|---|---|
| Selbst verbraucht | ca. 30–35 ct | entspricht dem vermiedenen Arbeitspreis |
| In den Speicher, später verbraucht | ca. 30–35 ct abzüglich Speicherverluste | Wirkungsgrad rund 90 % |
| Eingespeist | ca. 7–8 ct | gesetzliche Vergütung für Neuanlagen |
Die vier Faktoren, die über die Wirtschaftlichkeit entscheiden
- 1Stromverbrauch und Verbrauchszeitpunkt: Ein Haushalt mit 3.500 kWh und Tagesverbrauch erreicht ohne Speicher rund 25–35 % Eigenverbrauch.
- 2Dach: Ausrichtung, Neigung und Verschattung bestimmen den Jahresertrag – in Süddeutschland typisch 950–1.100 kWh je kWp.
- 3Investitionshöhe: Preis pro kWp inklusive Montage, Gerüst und Elektroarbeiten.
- 4Zusätzliche Verbraucher: Wärmepumpe, Wallbox oder Klimatisierung verlagern Verbrauch in die Erzeugungszeit.
Wie viel spart eine typische Anlage?
Beispiel eines Einfamilienhauses auf der Schwäbischen Alb: 10 kWp, rund 10.000 kWh Jahresertrag, 4.200 kWh Haushaltsverbrauch. Ohne Speicher werden etwa 30 % direkt genutzt, also rund 1.250 kWh – das sind bei 32 ct rund 400 € vermiedene Stromkosten. Die verbleibenden 8.750 kWh Einspeisung bringen bei 7,5 ct rund 655 €. Zusammen also grob 1.050 € pro Jahr.
Mit einem 8-kWh-Speicher steigt der Eigenverbrauch typischerweise auf 55–70 %. Der Ertrag verschiebt sich in Richtung der wertvolleren Eigennutzung – im Gegenzug steigt die Investition. Ob sich das lohnt, ist eine Frage des Verbrauchsprofils, nicht des Bauchgefühls.
Wärmepumpe, E-Auto und dynamische Tarife
Wer künftig mit Strom heizt oder lädt, verdoppelt seinen Verbrauch häufig. Genau das verbessert die PV-Rechnung: Eine Wärmepumpe mit 4.000 kWh Strombedarf kann zu 25–35 % solar gedeckt werden – im Winter weniger, in den Übergangsmonaten deutlich mehr.
Dynamische Stromtarife bilden den Börsenpreis stündlich ab. In Kombination mit Speicher und Energiemanagement lässt sich günstiger Netzstrom gezielt nutzen, wenn die Sonne nicht scheint. Das ersetzt keine PV-Anlage, verbessert aber das Gesamtergebnis.
Wirtschaftlichkeit für dein Haus berechnenInvestition, Ersparnis und Amortisation mit deinen eigenen Werten.Berechne dein individuelles EnergiekonzeptDach, Verbrauch, Speicher, Wärmepumpe und E-Auto in einem Rechner – inklusive Wirtschaftlichkeit.Wann sich eine Anlage eher nicht rechnet
- stark verschattete oder sehr kleine Dachflächen ohne Ausweichfläche
- eine anstehende Dachsanierung, die zuerst erledigt werden sollte
- sehr niedriger Verbrauch (unter ca. 1.500 kWh) ohne Aussicht auf Wärmepumpe oder E-Auto
- unklare Eigentumsverhältnisse oder ein geplanter Verkauf in kurzer Frist

