Der Unterschied im Tagesverlauf
Ein Süddach erreicht seine Höchstleistung zwischen 11 und 14 Uhr. Ein Ost-West-Dach startet früher, hat mittags eine flachere Kurve und liefert abends länger Leistung. Für viele Haushalte passt der zweite Verlauf besser zum tatsächlichen Verbrauch.
| Kriterium | Süddach 30° | Ost-West 25° |
|---|---|---|
| Spezifischer Ertrag | ca. 1.050 kWh/kWp | ca. 900 – 950 kWh/kWp |
| Mittagsspitze | hoch | moderat |
| Ertrag morgens/abends | gering | deutlich höher |
| Typische Eigenverbrauchsquote ohne Speicher | 25 – 32 % | 30 – 38 % |
| Netzeinspeisespitze | hoch | geringer |
Warum Ost-West häufig mehr Module ermöglicht
Bei einem Satteldach mit Ost-West-Ausrichtung stehen zwei Flächen zur Verfügung. Statt einer Südfläche mit 24 Modulen lassen sich oft 2 × 20 Module montieren. Der geringere spezifische Ertrag wird dadurch teilweise oder vollständig ausgeglichen – bei etwas höheren Montagekosten.
Entscheidungshilfe
- Süd bevorzugen bei begrenzter Fläche, geplanter Volleinspeisung oder hohem Mittagsverbrauch.
- Ost-West bevorzugen bei Verbrauch am Morgen und Abend, Wärmepumpe mit Taktung über den Tag oder wenn beide Flächen frei sind.
- Nordflächen nur ergänzend und nur bei sehr flacher Neigung prüfen.
- Flachdächer: Ost-West-Aufständerung nutzt die Fläche meist besser aus als eine Südaufständerung mit größeren Reihenabständen.
Neigung nicht vergessen
Zwischen 20° und 40° Neigung sind die Unterschiede gering. Sehr flache Dächer (unter 15°) verschmutzen stärker und benötigen häufiger Reinigung; sehr steile Dächer (über 50°) verlieren im Sommer Ertrag, gewinnen aber im Winter durch den flachen Sonnenstand.
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